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INTERVIEW

DRIES VAN NOTEN

Im Rosengarten.
Designer mit grünem Daumen

Dries Van Noten hat einen Sinn für die Pflanzenwelt. Der belgische Modedesigner, der zur Gruppe der Antwerp Six gehörte und sein Unternehmen 1986 gründete, gilt als Experte für opulente Blumenprints. Botanisches verwandelt er in wahre Kunstwerke. Auch sonst ist Van Noten bekannt für einen grünen Daumen. In seiner Freizeit gärtnert er auf seinem historischen Anwesen nahe Antwerpen. Es heißt, er entspanne am liebsten beim Rasenmähen.

Herr Van Noten, woher stammt Ihre Liebe für alles Pflanzenverwandte?
Von meinem Vater, der Rosen liebte. Als Kind musste ich im Garten mithelfen, was ich damals gehasst habe. Das Interesse fürs Gärtnern ist bei mir erst viel später erwacht, als ich etwa 35 Jahre alt war. Jetzt gibt es mir Entspannung und Klarheit. Ich liebe meine Blumen und sie bedeuten mir viel.

Was wächst in diesem Frühling in Ihrem Garten?
Rosen und Pfingstrosen.

Viele denken bei belgischer Mode an düsteren Minimalismus. Wie sind Sie bei einer farbenfroheren Ästhetik gelandet?
Ich bin in Antwerpen aufgewachsen und lebe noch immer hier. Belgien verkörpert dank seiner Geschichte und seiner Geografie die Idee des Experimentierens. Vielleicht stammt daher auch die Dualität in meinen Designs. Ich versuche, die richtige Balance zwischen den Gegensätzen zu finden. Meiner Meinung nach sollte Mode ein Spiegel der Welt sein. Und ich bin Optimist!

Beeinflusst Antwerpen Ihren Stil?
Die Stadt besitzt definitiv eine besondere kreative Spannung. Sie ist international und zugleich meilenweit entfernt vom Wahnsinn der großen Metropolen. Die Menschen, die hier leben, sind sehr diskret. Sie scheuen die Zurschaustellung.

Wie verhindern Sie, dass Ihre Blumenprints allzu romantisch ausfallen?
Das kommt auf die Kollektion an. Denn die Art, wie ich mit Blumen umgehe, ändert sich ständig. Und zwar in meiner Arbeit genauso wie in meinem Garten. Blumen, die im Frühjahr aufgeblüht sind, wirken später im Sommer völlig anders.

Welche Rolle spielte das, als Sie vergangenes Jahr Fotos von Blüten aus Ihrem eigenen Garten auf Kleidungsstücke druckten?
Ich wollte eine fremde, brüchige Schönheit. Realistischere Blumen, keine typisch süße Romantik. Deswegen haben wir im Oktober, als die Saison schon vorbei war, Blumen und Zweige im Garten fotografiert. Mir gefiel die Idee, darin das Verstreichen von Zeit und die Vergänglichkeit von Schönheit zu zeigen.

Vor Kurzem haben Sie mit Ihrem Designerkollegen Christian Lacroix zusammengearbeitet, der in den Neunzigern kunstvoll gemusterte Mode entwarf.
Mein Anliegen war es, Spaß in die Kollektion zu bringen. Den hatten wir in der Mode ein wenig aus den Augen verloren. Die Freude daran, sich schön zu machen, das Spielerische, das Kombinieren unterschiedlichster Einflüsse – es war mir wichtig, das zurückzubringen. Die Haute Couture der Achtziger und Neunziger war ein wichtiger Ausgangspunkt. Da sind wir unweigerlich bei Christian gelandet. Ich wusste, dass wir mit ihm zusammen eine Kollektion voller Emotionen erschaffen können.

Deswegen treffen Ihre Blumen nun auf Tierprints.
Es hat Spaß gemacht, diese Dinge zusammenzuführen. Ich wollte sie aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.

Yves Saint Laurent und Christian Dior haben ebenfalls berühmte Gärten besessen. Was verbindet Gärtnern und Mode?
Ich kann natürlich nicht für diese Herren sprechen, aber mir persönlich hilft es dabei, die Bodenhaftung zu behalten, denn die Modewelt ist hektisch. Im Garten hat man keine Kontrolle. Man kann nicht beeinflussen, wie das Wetter wird oder in welche Richtung die Blumen wachsen. Diese Ungewissheit entspannt mich.

Werden Blumen jemals aus der Mode kommen?
Niemals! Nie im Leben.