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INTERVIEW

DALUMA

Noch nie hat man so viel über Essen gesprochen wie heute. Wie steht es um unsere Esskultur?
David Kugler: Es gibt sehr gegenläufige Trends. Die Menschen greifen häufiger zu industriellen Produkten, Fertigpizzen, Take-away, Fast Food. Als Gegenbewegung hat sich ein Trend zur bewussten Ernährung etabliert. Im Rückgang ist das Kochen zu Hause. Und der Besuch beim Griechen oder Italiener von früher.

Und wie stark beeinflussen diese Ernährungsgewohnheiten die Gesundheit?
Lukas Bossert: Sehr. Viele Krankheiten entstehen erst durch industriell verarbeitetes Essen. Durch zu viel Zucker, zu viel Fett und Konservierungsstoffe.
Kugler: Das spürt man schnell am eigenen Körper. Ich war gerade für zwei Wochen in Italien und habe mich dort praktisch nur von Pasta ernährt. Das erste Mal seit langer Zeit wieder viel Zucker, viel Weizen, viele Milchprodukte. Danach ist man völlig kaputt. Das typische Schnitzelkoma am Nachmittag, wenn das Insulin einsetzt.

Mit welchen Lebensmitteln macht man alles richtig?
Kugler: Brokkoli. Bananen sind super, was die Mikronährstoffe betrifft. Orangen, Leinsamen und generell Nüsse. Außer man ist Nussallergiker. Grundsätzlich gut ist eigentlich alles, was viele Polyphenole, Chlorophyll und Ballaststoffe enthält.
Bossert: Mit grünem Gemüse und Kräutern macht man nie etwas falsch. Soweit ich weiß, ist auch niemand gegen Spinat, Grünkohl, oder Koriander allergisch.

Neben dem Essen in Ihren Restaurants bieten Sie inzwischen Food- Supplements an. Was enthalten die?
Kugler: Wir haben uns immer als Marke für wichtige Nährstoffe verstanden. Es gibt beispielsweise eine Mikronährstofflösung mit dem Namen »360°«. Sie besteht aus pflanzlichen Grundzutaten, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen oder Spurenelementen und Enzymen sind: Kurkuma-Wurzeln, Algen, Kräutern, Früchten. Es ist kein Abfallprodukt aus der chemischen Industrie, wie es einst das Vitamin C war. Dort blieb viel Ascorbinsäure übrig und man dachte, die könnte man auch vermarkten. Bei uns gibt es natürliche Inhalte in einer hohen Konzentration. Anstelle einer isolierten, chemischen Substanz.

Was steckt in den Kapseln mit dem Namen »Biotic 5 Billion«?
Bossert: Da sind Keimstämme drin, fünf Milliarden Keime pro Kapsel. Wir ernähren uns heute viel zu bakterienarm, leben zu hygienisch, desinfizieren alles. Wir essen Babykarotten, die auf Stahlwolle wachsen und nicht unter der Erde, wo sie mit guten Bakterien in Berührung kommen. Die braucht der Darm aber, um das Immunsystem zu stärken. Damit Enzyme und Verdauungssystem gut funktionieren. Sonst kann es passieren, dass der Körper die Nährstoffe gar nicht erst aufnimmt.

Ist Ernährung heute fast ein bisschen Ersatzreligion?
Bossert: Absolut. Ich war eine Zeit lang Rohveganer, das hatte etwas von einem Kult. Irgendwann ging es nur noch darum: Hast du gerade eine Banane oder eine Wassermelone gegessen? Das wurde mir etwas zu viel.
Kugler: Man kann bei uns genauso Fleisch oder Milchprodukte essen wie vegan. Es geht um die Qualität. Wir glauben nicht, dass es eine bestimmte Food-Bewegung gibt, die richtig ist.