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FOKUS

FILTERKAFFEE

Bekanntlich kommt alles wieder, was einmal da war. Es gehört zu den eher einfachen Kulturphänomenen, dass man Dinge so lange mag, bis man sie überhaupt nicht mehr mag, um ihnen dann viel später wieder etwas abgewinnen zu können. Weswegen man zurzeit wieder Hüfthosen und andere Kuriositäten der Jahrtausendwende sieht, mit denen man wirklich kein Wiedersehen geplant hatte.

Ähnlich geht es dem Filterkaffee. Prinzipiell eines der meistgetrunkenen Getränke überhaupt, musste er Ende der Neunziger einen ernsthaften Imageknick wegstecken. Schuld war das Aufkommen des Vollautomaten, der Espressomaschine und des Kapselkaffees. Plötzlich trank man Cappuccino und Latte Macchiato, das klang modern und italienisch.

Amerikanische Kaffeeketten perfektionierten den Coffee to go, in den man bei Bedarf sogar Sirup versenken durfte. Der einfache Brühkaffee wirkte plötzlich altmodisch. Er erinnerte an Kuchenessen bei Oma und an behördenartige Büros, in denen der Kaffee von früh bis spät in der Küche säuerte.

Nun aber ist der Filter zurück. Natürlich nicht so, wie man ihn von früher kannte. Inzwischen haben manche das Kaffeekochen zur Wissenschaft erhoben. Filterkaffee gilt mittlerweile als Getränk für Puristen, denen die milchigen Kaffeegetränke der letzten Jahre zu viel sind. Los ging es in den USA, wo man ohnehin eine ungebrochene Liebe zum Filterkaffee gepflegt hatte. Zubereitet wird er jetzt aber nicht mehr in der elektrischen Kaffeemaschine, sondern meist von Hand, was bestens zu Trends wie Slow Food und Selbstgemachtem aller Art passt.

Als Kaffeebereiter dient beispielsweise der »Chemex«, eine Art Glaskolben, der 1939 von dem Erfinder Peter Schlumbohm entwickelt wurde und mittlerweile als Designklassiker im New Yorker MoMA steht. Andere schwören auf Handfilter aus Porzellan oder Glas. Egal, wo der Kaffee hineinkommt, die Bohnen mahlt man frisch. Sie gemahlen zu kaufen, geht gar nicht, finden Kenner. Filter sind mittlerweile auch eine Wissenschaft.