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Heute geschlossen

DIE SECHSTE

HISTORIE

Ein Vorleben

Am Anfang klang der Name – pragmatisch. 1929 eröffnete das KaDeWe seine »Große Imbisshalle«, schon damals im sechsten Stock. Errichtet nach amerikanischem Vorbild, wurde sie schnell zum Herzstück des Hauses. Flaneure, Nachbarn, Reisende und Prominente trafen sich zwischen Confiserie und Weinabteilung. Harald Juhnke trank hier gern mal ein Bier. Womöglich lange vor ihm auch Vladimir Nabokov. In seinen Berliner Jahren war der Schriftsteller, der zwar virtuos über Essen schreiben, aber kaum ein Ei zubereiten konnte, häufiger Gast im KaDeWe.

Berliner Mélange

Die Sechste ist nicht nur eine der größten Lebensmittelabteilungen der Welt, sondern auch das größte Restaurant Berlins. Sie bringt die unterschiedlichen Küchen der Stadt unter einen Hut. Austern und Champagner, Königsberger Klopse und Matjesfilet, Trüffelpraline und Raw-Food-Bowl. Das ist gut für Abwechslung und kurze Wege. Die geschwungene Austernbar ist ein Klassiker: oben blau beleuchtet, unten Marmor. Dazwischen Eisberge, auf denen Champagner und Austern lagern. Der Hummer, in Ölfarbe verewigt von Delacroix und auf Kleidern von Schiaparelli, geht pro Woche 500 Mal über den Tresen. Einen minimalen Spaziergang weiter backt man neapolitanische Pizza (in 90 Sekunden, bei 480 Grad) und Bio-Hähnchen (dazu ein naturtrübes Bier). Es gibt japanisches Sushi und Sashimi, Bouillabaisse und Antipasti, frische Kräuter und Gemüse aus Thailand, Veganes und Kartoffeln in allen Farben und Formen. Revolutionär an der Sechsten war stets die Mischung aus Restaurant und Lebensmittel-Shopping. Heißt: erst einkaufen, dann auf die Anstrengung einen Happen essen. Oder andersherum.

La Famiglia

Die Sechste mag weltbekannt sein, sie ist auch ihr eigener Mikrokosmos. Bei den Berlinern ist sie tief verwurzelt. Manche Mitarbeiter arbeiten hier seit 20 Jahren, mancher Gast kommt schon länger. Man kennt sich, die Stimmung ist familiär. Dank offener Küchen blickt man den Köchen über die Schulter. Über die Jahre haben sich Freundschaften entwickelt, auch zwischen den Gästen. Freitags nach Feierabend ein halbes Stündchen an die Austernbar? Zwischen Büro und Sport ein Mandelriegel bei Daluma? It’s a date. In der Sechsten treffen sich alle. Berliner aus sämtlichen Ecken der Stadt, Besucher aus sämtlichen Ecken der Welt. Sie ist ein Ort, an dem sich jeder ein kleines – oder größeres – Stück Luxus erlauben kann.