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DAS DING MIT DER SCHNALLE

Die Designer von Boyy verdanken den Erfolg ihrer Marke zu einem nicht unerheblichen Teil der digitalen Fashion-Community. Im Netz werden die markanten Taschen mit dem Gürtel vielfach geteilt.

Wannasiri Kongman aus Bangkok und Jesse Dorsey aus Montreal sind ein Desig­nerpaar, das seinen Namen doppelt verdient: Die beiden arbeiten zusammen und sind verheiratet. Zuerst begegneten sie sich 2004 in New York, zwei Jahre später hoben sie Boyy aus der Taufe. Die Taschen ihres gemeinsamen Labels haben sich in kurzer Zeit zu Klassikern entwickelt. Oft wird der Markenname bereits im gleichen Atemzug mit Balenciaga oder Céline genannt.

Um in den »Taschen-Olymp« aufgenommen zu werden, brauchen die meisten Marken mehrere Jahrzehnte. Ist das Internet der Grund, dass Boyy es schneller geschafft hat?
Dorsey: In der Tat war hier das Internet entscheidend. Nach dem Launch von Boyy hatten wir überhaupt kein Geld mehr, und genau zu dem Zeitpunkt erschien ein Feature im Fashion-News­letter Daily Candy. Das bescherte uns über Nacht eine Unmenge an Bestellungen, die für unser geschäftliches Überleben sehr wichtig waren. Später halfen uns die Posts bekannter Fashion-Blogger, von relevanten Leuten wahrgenommen zu werden.

Das Signature-Detail Ihrer aktuellen Taschen ist eine Gürtelschnalle. Wie kamen Sie darauf?
Kongman: Wir suchten einen zeitlosen Eyecatcher. Es war gar nicht so einfach, einen zu finden. Ich erinnere mich noch gut an den Moment: Wir hatten unsere Tote Bag »Bobby« schon entworfen, da legte ich ihr einen meiner Lieblingsgürtel um. Wir schauten uns das Ergebnis an und wussten sofort, dass wir es hatten. Es war Liebe auf den ersten Blick!

Sie fliegen regelmäßig nach Italien.
Was ist das Besondere am italienischen Handwerk?
Dorsey: Ich glaube, es ist die lange Ge­schichte der Lederherstellung in diesem Land. Die Italiener verstehen unseren hohen An­spruch an das Produkt, haben das Wissen und die Fähigkeiten, unsere Wünsche umzusetzen. Wir sind mindestens dreimal im Jahr in Italien.
Kongman: Ich mochte es nie, zu Gerbereien oder Fabriken ins Niemandsland zu fahren. Ehrlich, das war mir immer irgendwie zu unglamourös. Jetzt liebe ich es. Es ist so inspirierend, was es dort zu sehen gibt. Die Menschen sind unglaublich leidenschaftlich in dem, was sie tun. Das ist wahre Handwerkskunst. Einmal kamen wir in ein kleines Nähatelier, und ich hatte einen Nietenlederrock von Versace an. Die Mitarbeiter schienen über mich zu tuscheln, was ich nicht verstand. Später erklärte man mir, dass der Rock aus diesem Atelier stammte!

Neben Taschen, Schuhen und Accessoires entwerfen Sie neuer­­dings auch Kleidung.
Dorsey: Unsere erste Capsule Collection ist gerade fertig ge­worden. Wir haben sie »Motel Bed« genannt. Die ausgemusterten Vintage-Stoffe, die wir jahrelang gesammelt haben, stammen aus französischen, italienischen, japanischen und thailändischen Fabriken. Es gibt verschiedene Blusen-Hosen-Sets, die unterschiedlich kombiniert werden können. Wir würden das Konzept gern weiterführen und haben schon neue Ideen.

Welchen Celebrity würden Sie gern für Boyy begeistern?
Kongman: Audrey Hepburn!